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«The Squad»
Medienkritik
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«The Squad»

SRF/SRGDemokratie
schwerwiegend
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SRF berichtet: Trump «zementiert» seine Macht. Wer ihn kritisiert, «ist weg vom Fenster». Loyalisten setzen sich durch. Das ist die Rahmung: Trump als Parteiautokrat. Die Frage, die SRF nicht stellt: Ist das anders bei den Demokraten? Bei Biden? Bei Obama? Bei Clinton? Wer als Demokrat gegen die Parteilinie verstösst — gegen die Klimaagenda, gegen die Identitätspolitik, gegen den Konsens —, verliert ebenfalls die Unterstützung. Wird ausgeschlossen. Wird primaried. Das ist normale Parteipolitik. Bei den Republikanern nennt SRF es «Trumps Machtprobe». Bei den Demokraten nennt es niemand etwas. Es passiert einfach.

Zum SRF Beitrag «Trumps Machtprobe in Texas gelingt», 27.05.2026


Die Loyalität, die nur ein Problem ist

«Wer Trump kritisiert, ist weg vom Fenster.» Das ist die zentrale Aussage des Beitrags. Loyalität gegenüber dem Parteichef wird als Problem präsentiert. Als Aushöhlung der Demokratie. Als Personenkult.

Aber: Wer Joe Biden kritisierte, war auch weg vom Fenster. Wer den «Build Back Better»-Plan in Frage stellte, wurde ausgegrenzt. Wer Bedenken gegen die Gender-Politik äusserte, wurde primaried. Wer gegen die Ukraine-Hilfen stimmte, wurde als Putin-Versteher diffamiert.

Joe Manchin und Kyrsten Sinema — zwei demokratische Senatoren, die nicht hundertprozentig auf Linie waren — wurden so stark unter Druck gesetzt, dass Sinema die Partei verliess und Manchin nicht mehr antrat. War das «Bidens Machtprobe»? SRF hat es nicht so genannt.

Bei den Republikanern heisst es «Trumps Machtprobe». Bei den Demokraten heisst es «Parteidisziplin». Bei den Republikanern ist die Loyalität ein Problem. Bei den Demokraten ist sie eine Selbstverständlichkeit.

Das ist die Asymmetrie. Sie ist nicht zufällig.

Das Geld, das nur bei Republikanern auffällt

«Über 120 Millionen Dollar sind in diesen Wahlkampf geflossen.» Ein «neuer Rekord». SRF erwähnt es als Beweis für die Machtkonzentration.

Aber: Wie viel Geld wurde in den Demokratischen Vorwahlen ausgegeben? Wie viel in Kalifornien? Wie viel in New York? Wie viel im Senatsrennen von Pennsylvania 2022, das die Demokraten gewannen?

Das US-Wahlsystem ist durch Geld dominiert. Auf beiden Seiten. Die Demokraten haben in den letzten Wahlzyklen oft mehr Geld eingenommen als die Republikaner. Hollywood, Silicon Valley, Wall Street — die grossen Spender sitzen mehrheitlich auf der demokratischen Seite.

SRF erwähnt das Geld bei den Republikanern als auffällig. Bei den Demokraten erwähnt es das Geld nicht — oder rahmt es als «Grassroots-Bewegung». Bernie Sanders, Kamala Harris, Beto O'Rourke — alle haben Hunderte Millionen eingesammelt. Bei keinem war das ein «neuer Rekord», der den Korrespondenten auffiel.

Die Skandale, die nur Paxton hat

Ken Paxton sei «in mehrere Skandale verwickelt»: Korruptionsvorwürfe, Amtsenthebungsverfahren, Amtsmissbrauch.

Das mag stimmen. Aber: Wie viele demokratische Politiker sind in Skandale verwickelt? Hunter Biden — Steuerbetrug, Drogenmissbrauch, mutmassliche Einflussnahme. Robert Menendez — verurteilt wegen Korruption. Eric Adams — Anklage wegen Bestechung. Letitia James — Vorwürfe wegen Hypothekenbetrug.

SRF erwähnt diese Skandale selten — und wenn, dann als Einzelfälle. Bei Paxton wird der Skandal als Strukturmerkmal präsentiert: Trump unterstützt einen Korrupten. Bei demokratischen Skandalen wird der Skandal als Einzelfall präsentiert: Der Mensch, nicht die Partei.

Die Revolte, die keine ist

Der Beitrag erwähnt eine «kleine Revolte» im Senat. Senatoren hätten Trump in Texas die Unterstützung von Paxton übel genommen. Manche hätten den Fonds für «Opfer der Justiz unter Biden» blockiert.

Das ist interessant. Aber SRF stellt es als Schwäche Trumps dar: «Trumps Macht ist gross, aber nicht absolut.»

Bei den Demokraten gab es ebenfalls Revolten. Manchin gegen Biden. Sinema gegen Schumer. «The Squad» gegen Pelosi. Wurden diese Revolten als «Bidens Schwäche» dargestellt? Manchmal. Aber öfter wurden sie als «interne Vielfalt» präsentiert — als Beweis für die Demokratie innerhalb der Partei.

Bei Trump wird die Revolte als Schwäche gerahmt. Bei Biden wurde sie als Stärke gerahmt. Das ist die Doppelmoral der Berichterstattung.

Die «Opfer der Justiz unter Biden»

Der Beitrag erwähnt beiläufig: «den geplanten Fonds für ‹Opfer der Justiz unter Biden›». In Anführungszeichen. Als wäre die Existenz solcher Opfer fraglich.

Aber: Es gibt Hunderte von Menschen, die wegen des 6. Januar 2021 angeklagt wurden — viele für blosses Betreten des Kapitols. Es gibt Eltern, die vom FBI ins Visier genommen wurden, weil sie an Schulkonferenzen gegen Gender-Politik protestierten. Es gibt Pro-Life-Aktivisten, die wegen blosser Anwesenheit vor Abtreibungskliniken in Haft kamen.

Ob man diese Menschen als «Opfer» betrachtet oder nicht — das ist eine politische Frage. SRF hat sie bereits beantwortet: mit Anführungszeichen.

Die Berichterstattung über die Trump-Verfahren — vier Anklagen, eine Verurteilung — wurde von SRF nie mit Anführungszeichen versehen. «Trump-Prozesse» waren immer real. «Opfer der Justiz unter Biden» sind in Anführungszeichen.

Die Sprache, die Position bezieht

«Trump drückt seine Kandidaten durch.» «Trumps Machtprobe.» «Wer Trump kritisiert, ist weg vom Fenster.» «Trump sendet ein sehr deutliches Signal.»

Das ist die Sprache der Berichterstattung. Sie wirkt sachlich. Aber sie ist gefärbt: Trump «drückt», Trump «sendet Signale», Trump «zementiert». Alles aktive Verben. Alles autoritäre Konnotationen.

Bei Biden hiess es: «Biden vereint die Partei.» «Biden mobilisiert die Basis.» «Biden setzt sich für die Demokratie ein.» Alles positive Konnotationen.

Dieselbe Realität — ein Präsident, der seine Partei kontrolliert — wird sprachlich unterschiedlich gerahmt. Bei Trump als Machtmissbrauch. Bei Biden als Führung.

Die Antwort auf die Frage

Ist es anders bei den Demokraten?

Nein. Es ist genau gleich. Die Demokraten haben dieselben Methoden: Loyalitätsprüfungen, Primaries gegen Abweichler, Druck auf Senatoren, Geld in Rekordhöhe, Skandale, Säuberungen.

Aber: SRF berichtet anders darüber. Bei den Republikanern wird die Methode benannt: «Machtprobe», «zementiert», «weg vom Fenster». Bei den Demokraten wird die Methode unsichtbar gemacht: «Parteidisziplin», «Mobilisierung», «Einheit».

Das ist nicht Berichterstattung. Das ist Rahmung. Und die Rahmung ist konsistent: Republikaner sind das Problem. Demokraten sind die Lösung.

Die Korrespondentin, die nicht neutral ist

Barbara Colpi ist USA-Korrespondentin von SRF. Sie wird hier zitiert. Sie liefert die Einordnung.

Wer ist Barbara Colpi? Welche Position hat sie? Hat sie über Biden anders berichtet als über Trump? Hat sie demokratische Skandale mit derselben Vehemenz behandelt wie republikanische?

Die Antwort findet sich in ihren anderen Beiträgen. Sie ist nicht neutral. Sie ist in der Tradition vieler europäischer US-Korrespondenten: liberal, Demokratenfreundlich, Trumpkritisch.

Das ist ihre Position. Sie hat das Recht, sie zu haben. Aber sie hat nicht das Recht, sie als objektive Berichterstattung zu präsentieren. Und SRF hat nicht das Recht, eine politische Position als Korrespondentenberichterstattung zu verkaufen — mit Zwangsgebühren finanziert.


Der Beitrag von SRF berichtet korrekt über die Texas-Vorwahlen. Aber er rahmt die Republikaner systematisch anders als die Demokraten. Bei Trump ist Loyalität ein Problem. Bei Biden war sie eine Tugend. Bei Paxton sind Skandale strukturell. Bei Menendez waren sie individuell. Bei Trump-Geldern ist es ein Rekord. Bei demokratischen Geldern ist es Grassroots. Bei Trump-Revolten ist es Schwäche. Bei Biden-Revolten war es Vielfalt. Die Realität ist: Beide Parteien funktionieren gleich. Loyalität, Geld, Skandale, Säuberungen — das sind die Werkzeuge der modernen Parteipolitik. SRF berichtet darüber selektiv. Es kritisiert die Republikaner für das, was es bei den Demokraten ignoriert. Das ist keine Berichterstattung. Das ist Aktivismus mit Mikrofon. Und solange SRF mit Zwangsgebühren finanziert wird, ist dieser Aktivismus ein Problem — kein politisches, sondern ein rechtliches. Der Konzessionsauftrag verlangt Ausgewogenheit. Was SRF liefert, ist das Gegenteil.

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