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Die wichtige Hochzeit auf SRF «News»
Medienkritik
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Die wichtige Hochzeit auf SRF «News»

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Wie SRF eine Promi-Hochzeit auf den Bahamas als Nachrichtenereignis inszeniert, mit Schweizer Haushaltsgeldern Klatschpresse finanziert, den Iran-Krieg als Hintergrundkulisse für eine Familienfeier abtut, die Frage der Relevanz für ein Schweizer Publikum nicht stellt, die Medienabgabe von 335 Franken pro Haushalt für Boulevardjournalismus zweckentfremdet und nicht fragt, was die SRG nicht berichtet, während sie über Eheringe auf Instagram schreibt

Zum SRF-Artikel «Donald Trump Jr. heiratet – Vater fehlt bei Feier», 25. Mai 2026


Es ist eine Hochzeit. Auf den Bahamas. Ein Sohn eines Präsidenten heiratet eine Influencerin. Der Vater kommt nicht. Weil er regiert. Oder Krieg führt. Oder beides.

Es ist keine Nachricht. Es ist Klatsch. Es ist Boulevard. Es ist das, was man in der «GlücksPost» liest. Oder im «Blick». Oder bei «20 Minuten».

Aber nicht bei SRF. Nicht bei einem öffentlich-rechtlichen Sender. Nicht bei einem Sender, der 1,5 Milliarden Franken pro Jahr ausgibt. Finanziert durch die Medienabgabe. 335 Franken pro Haushalt. Zwangsfinanziert.

Oder doch?

Die Nachricht

Donald Trump Jr. hat geheiratet. Das ist ein Fakt. Aber ist es eine Nachricht? Für die Schweiz? Für ein Schweizer Publikum? Für Menschen, die 335 Franken pro Jahr für die SRG bezahlen?

Die Antwort lautet: Nein. Es ist keine Nachricht. Es ist ein Ereignis. Ein Ereignis im Leben einer Familie, die zufällig im Weissen Haus wohnt. Ein Ereignis, das für die Schweizer Politik keine Bedeutung hat. Ein Ereignis, das für die Schweizer Wirtschaft keine Bedeutung hat. Ein Ereignis, das für die Schweizer Gesellschaft keine Bedeutung hat.

Aber SRF berichtet darüber. Als wäre es eine Nachricht. Als wäre es relevant. Als wäre es das, wofür die Schweizer Haushalte 335 Franken pro Jahr bezahlen.

Warum?

SRF ist ein öffentlich-rechtlicher Sender. Er hat einen Auftrag. Den Auftrag der Information. Der Bildung. Der Kultur. Er soll das Schweizer Publikum über Ereignisse informieren, die für die Schweiz relevant sind. Er soll Hintergründe liefern. Zusammenhänge erklären. Perspektiven aufzeigen.

Ist die Hochzeit von Donald Trump Jr. relevant für die Schweiz? Nein. Ist sie relevant für die internationale Politik? Nein. Ist sie relevant für die amerikanische Politik? Nein. Sie ist relevant für die Klatschpresse. Für die Boulevardsender. Für die Instagram-Follower von Bettina Anderson.

Aber nicht für SRF.

Oder doch? SRF entscheidet sich, darüber zu berichten. SRF entscheidet, dass diese Hochzeit eine Nachricht ist. SRF entscheidet, dass die Schweizer Haushalte das wissen müssen. SRF entscheidet, dass 335 Franken pro Jahr auch für Promi-Nachrichten auf den Bahamas verwendet werden dürfen.

Das ist eine Entscheidung. Und sie ist eine Entscheidung gegen andere Nachrichten. Gegen andere Themen. Gegen andere Geschichten.

Die Frage, die nicht gestellt wird

Was berichtet SRF nicht, während es über eine Hochzeit auf den Bahamas schreibt?

Was passiert in der Schweiz, während SRF Eheringe auf Instagram analysiert? Was passiert in Europa, während SRF über die Verlobung von Anderson und Trump Jr. schreibt, die «seit Mitte 2024» spekuliert wurde? Was passiert in der Welt, während SRF über die Kinder von Trump Jr. und Vanessa Trump berichtet?

Die Antwort lautet: Wir wissen es nicht. Weil SRF es nicht berichtet. Weil SRF sich entscheidet, über eine Hochzeit zu schreiben. Statt über die Dinge, die relevant sind.

Das ist die Opportunitätskosten der Promiberichterstattung. Jeder Artikel über eine Hochzeit ist ein Artikel, der nicht über etwas anderes geschrieben wird. Jede Minute Sendezeit über Eheringe ist eine Minute, die nicht für etwas anderes verwendet wird.

Und die Schweizer Haushalte bezahlen dafür. 335 Franken pro Jahr. Für eine gänzlich irrelevante Hochzeit auf den Bahamas.

Der Krieg, der zur Kulisse wird

Ein Satz im Artikel: «Am Samstag wurde bekannt, dass Trump im Weissen Haus in Washington weiter zum Iran-Krieg verhandelt hatte.»

Das ist der Satz, der den Artikel entlarvt. Er erwähnt einen Krieg. Einen Krieg, den die USA gegen den Iran führen.

Und dieser Satz? Er ist Nebensache. Er ist Hintergrund. Er ist die Erklärung, warum der Vater nicht zur Hochzeit kommt. Er ist die Kulisse für eine Familienfeier.

«Sorry, kann nicht kommen, führe Krieg.» Das ist die Botschaft. Und SRF wiederholt sie. Ohne zu fragen. Ohne zu hinterfragen. Ohne zu kommentieren.

Ein Präsident führt einen Krieg. Und verpasst deshalb die Hochzeit seines Sohnes. Das ist die Geschichte, die SRF erzählt. Es ist die Geschichte der menschlichen Seite der Macht. Es ist die Geschichte des Vaters, der nicht bei der Hochzeit seines Sohnes sein kann.

Aber es ist auch die Geschichte eines Krieges. Eines Krieges, der nicht erwähnt wird, ausser als Grund für eine Abwesenheit. Eines Krieges, der nicht hinterfragt wird. Eines Krieges, der nicht analysiert wird.

SRF schreibt über die Hochzeit. Und erwähnt den Krieg am Rande. Das ist keine Berichterstattung. Das ist eine Banalisierung. Die Banalisierung eines Krieges durch die Rahmung als Familienkonflikt.

Die Influencerin, die zur Protagonistin wird

Bettina Anderson. 39 Jahre. Influencerin. Verheiratet mit Donald Trump Jr.

Das ist alles, was wir über sie wissen. Aus dem Artikel. Sie ist eine Influencerin. Sie hat einen Instagram-Account. Sie hat Eheringe.

Aber wer ist sie? Was macht sie? Was «influenceert» sie? Welche Botschaften verbreitet sie? Welche Werte vertritt sie?

SRF fragt nicht. SRF nennt sie «Influencerin» und lässt es dabei bewenden. Als wäre das ein Beruf. Als wäre das eine Identität. Als wäre das alles, was wir über sie wissen müssen.

Aber «Influencerin» ist keine Beschreibung. Es ist ein Label. Ein Label, das nichts erklärt. Ein Label, das die Neugierde stillt, bevor sie aufkommt.

Und SRF? SRF übernimmt das Label. Ohne zu fragen. Ohne zu hinterfragen. Ohne zu erklären.

Das ist kein Journalismus. Das ist eine PR-Übernahme. Die PR-Übernahme einer Influencerin, die durch die Heirat mit dem Sohn eines Präsidenten zur Protagonistin einer Nachricht wird, die keine Nachricht ist.

Die Medienabgabe

335 Franken pro Haushalt. Für die SRG. Für Informationen. Für Bildung. Für Kultur.

Und für eine Hochzeit auf den Bahamas.

Die SRG verwendet die Medienabgabe für Inhalte, die nicht dem Auftrag entsprechen. Für Inhalte, die nicht informieren, nicht bilden, nicht kultivieren. Für Inhalte, die unterhalten. Oder sogar ablenken.

Die Medienabgabe ist kein Geschenk an SRF. Sie ist eine Pflicht. Eine Pflicht, die die Schweizer Haushalte auf sich nehmen, weil sie glauben, dass die SRG einen Auftrag erfüllt. Den Auftrag der Information. Der Bildung. Der Kultur.

Die SRG diesen Auftrag nur teilweise. Manchmal erfüllt sie den Auftrag der Unterhaltung. Der Ablenkung. Der Banalisierung.

Und die Schweizer Haushalte bezahlen dafür.

Die Frage, die SRF nicht stellt

Die Frage lautet nicht: Hat Donald Trump Jr. geheiratet?

Die Frage lautet: Warum berichtet SRF darüber?

Die Frage lautet: Was ist die Relevanz dieser Hochzeit für die Schweiz?

Die Frage lautet: Was berichtet SRF nicht, während es über eine Hochzeit auf den Bahamas schreibt?

Die Frage lautet: Warum nennt SRF Bettina Anderson «Influencerin» und fragt nicht, was sie «influenceert»?

Die Frage lautet: Ist das die SRG, die die Schweizer wollen? Ist das der Auftrag, den die SRG erfüllen soll? Ist das die Information, die Bildung, die Kultur, für die die Schweizer Haushalte 335 Franken pro Jahr bezahlen?

Die Antwort lautet: Nein. Das ist nicht die SRG, die die Schweizer wollen. Das ist nicht der Auftrag, den die SRG erfüllen soll. Das ist nicht die Information, die Bildung, die Kultur, für die die Schweizer Haushalte bezahlen.

Das ist Boulevard. Finanziert durch die Medienabgabe. Produziert von einem Sender, der den Auftrag hat, mehr zu sein als Boulevard.


SRF berichtet über die Hochzeit von Donald Trump Jr. auf den Bahamas. Über Eheringe auf Instagram. Über die Abwesenheit des Vaters, der einen Krieg führt. Über eine Influencerin, die «influenceert»; was auch immer. Über eine Verlobung, die seit Mitte 2024 spekuliert wurde. Aber SRF fragt nicht nach der Relevanz. SRF macht den Krieg zur Kulisse. SRF fragt nicht nach der Influencerin, die zur Protagonistin wird. Die SRG gibt die 335 Franken pro Haushalt für eine Hochzeit auf den Bahamas aus. Das ist keine Berichterstattung nach Auftrag. Das ist eine Verschwendung. Und die Schweizer Haushalte bezahlen dafür. Nur ein Beispiel von vielen.

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