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Die Regulierung, die das Systemversagen belohnt
Medienkritik
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Die Regulierung, die das Systemversagen belohnt

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schwerwiegend
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SRF befragt den eigenen Wirtschaftsredaktor zu den neuen Bankregeln und rahmt sie als Schritt in die richtige Richtung. Boni, Bussen, Eigenkapital. Was nicht vorkommt: die Frage, ob die FINMA, die versagte, mehr Macht verdient; Die Frage, ob der Bundesrat durch die Zwangsfusion ein grösseres «Too big to fail»-Problem schuf; und die Namen der Verantwortlichen. Was nicht vorkommt: die Frage, ob eine Regulierung, die frühestens 2029 greift, das Problem löst oder es perpetuiert. Der Beitrag ist ein Selbstgespräch mit einem SRF-Redaktor, das eine Regierungsmeldung als Analyse verkauft.

Zum SRF-Beitrag «Wird der Bankenplatz Schweiz nun sicherer?», Info3, 12.08.2026


«Wird der Bankenplatz Schweiz nun sicherer?» SRF befragt den eigenen Redaktor Sven Zaugg, und Zaugg sagt: «Ein Schritt in die richtige Richtung.» SRF fragt nicht, ob das stimmt. SRF fragt nicht, ob ein Schritt, der internationale Normen nachholt, die längst Standard sind, ein Schritt ist oder ein Nachhinken. Die Frage, ob die Schweiz die Regeln führt oder folgt, wird nicht gestellt.

Die FINMA, die versagte und nun belohnt wird

Zaugg sagt: Bei der Credit Suisse habe die Aufsicht «zu lange zu wenig durchgreifen können — und teilweise auch wollen». Das ist die verräterische Stelle des Beitrags. SRF nennt das Versagen der FINMA — und fragt nicht, ob die FINMA, die versagte, mehr Befugnisse verdient. Die FINMA wusste seit Jahren, dass die CS Risiken einging. Die FINMA führte Enforcement-Verfahren durch. Die FINMA konnte nicht durchgreifen — oder wollte nicht. SRF fragt nicht, ob das Problem fehlende Befugnisse waren oder fehlender Wille. SRF fragt nicht, ob eine Aufsicht, die nicht wollte, mit mehr Macht mehr wird. Die Frage, ob die FINMA versagte, weil sie strukturell ineffizient ist oder weil sie politisch gebremst wurde, wird nicht gestellt.

Die UBS, die als Lösung und Problem zugleich steht

SRF berichtet über Regulierung nach dem CS-Zusammenbruch. SRF erwähnt nicht, dass der Bundesrat die CS mit der UBS fusionierte — und damit eine Bank schuf, die grösser ist als die CS allein. Die UBS ist jetzt die grösste Bank der Schweiz. Sie ist systemrelevanter als die CS je war. Sie ist «too big to fail» in einer Dimension, die vor 2023 nicht existierte. Zaugg sagt: «Namentlich die UBS kann die neuen Anforderungen verkraften.» SRF fragt nicht, ob das gut ist. Die Frage, ob eine Bank, die so gross ist, dass sie nicht scheitern darf, überhaupt reguliert werden kann, wird nicht gestellt. SRF fragt nicht, ob der Bundesrat durch die Rettung ein grösseres Problem schuf als das, das er löste.

Der Kompromiss, der die UBS schützt

Zaugg sagt: Im Parlament zeichne sich ein Kompromiss «zugunsten der UBS» ab, bei der Frage, wie stark ausländische Tochtergesellschaften mit Eigenkapital unterlegt werden müssen. Das ist die Kernauslassung. Ein Kompromiss «zugunsten der UBS» heisst: Die UBS bekommt, was sie will. Die UBS, die durch eine Regierungsrrettung grösser wurde als jede andere Schweizer Bank, wird bei der Regulierung geschont. SRF erwähnt das und fragt nicht, was das bedeutet. Die Frage, ob ein Kompromiss, der die grösste Bank bevorzugt, die Regulierung ad absurdum führt, wird nicht gestellt.

Die Zeit, die niemand hinterfragt

SRF berichtet in der vorherigen Meldung, die neuen Vorgaben könnten «frühestens Anfang 2029» in Kraft treten. Das ist sechs Jahre nach dem CS-Zusammenbruch. Zaugg sagt: «Es dürfte noch zu langen und hitzigen Debatten in Bundesbern kommen.» SRF fragt nicht, ob sechs Jahre angemessen sind. SRF fragt nicht, ob eine Regulierung, die sechs Jahre braucht, das Problem löst, das sie lösen soll. SRF fragt nicht, ob die UBS in den sechs Jahren neue Risiken aufbaut, die die neuen Regeln nicht erfassen. Die Frage, ob eine Regierung, die sechs Jahre für eine Regulierung braucht, ernsthaft handelt, wird nicht gestellt.

Die Quelle, die keine ist

SRF zitiert eine Quelle: Sven Zaugg, SRF-Wirtschaftsredaktor. SRF befragt den eigenen Mitarbeiter und präsentiert die Antworten als Analyse. SRF fragt nicht, ob ein Redaktor, der für denselben Sender arbeitet, der richtige Experte ist, um eine Regierungsmeldung zu beurteilen. SRF fragt nicht, ob ein Angestellter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks kritisch über eine Regierungsmeldung urteilen kann, die sein eigener Sender als News präsentiert. Die Frage, ob ein Selbstgespräch Journalismus ist, wird nicht gestellt. Kein unabhängiger Ökonom. Kein Bankenexperte. Kein Vertreter der Opposition. Kein Name aus der CS-Verantwortung. SRF redet mit sich selbst — und nennt es Einordnung.

Die Kosten, die nicht vorkommen

Zaugg sagt, die Massnahmen seien für die Banken «lästig, und es wird hier und da auch etwas kosten». SRF fragt nicht, was das bedeutet. Wie viel kosten die neuen Regeln die Banken? Wie viel kosten sie die Kunden? Wie viel kosten sie die Steuerzahler? SRF fragt nicht, ob die Eigenkapitalvorschriften und Liquiditätsanforderungen die Kreditvergabe erschweren. SRF fragt nicht, ob die Schweizer Wirtschaft unter strengeren Bankregeln leidet. Die Frage, ob eine Regulierung, die Banken sicherer macht, die Wirtschaft schwächt, wird nicht gestellt.


So funktioniert dieser Beitrag: Er befragt den eigenen Redaktor und rahmt die Regierungsmeldung als Analyse. Die FINMA, die versagte, wird mit mehr Befugnissen belohnt. Die UBS, die durch die Rettung grösser wurde, wird bei der Regulierung geschont. Der Kompromiss «zugunsten der UBS» wird erwähnt und nicht hinterfragt. Die sechsjährige Verzögerung wird nicht thematisiert. Die Namen der Verantwortlichen fehlen. Die Kosten fehlen. Wer den Beitrag liest, weiss, dass der Bundesrat Regeln verschärft und dass ein SRF-Redaktor das gut findet. Wer wissen will, ob die FINMA versagte, ob die UBS das eigentliche Problem ist, wer verantwortlich war, was die Regulierung kostet und ob sechs Jahre angemessen sind, bekommt keine Antwort, weil die Fragen nicht gestellt wurden. Das ist keine Finanzberichterstattung, das ist ein Selbstgespräch mit Regierungssiegel.

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