Die Ironie des Selbst
SRF berichtet über ein Land, in dem die Regierung Mainstream-Medien kontrolliert, Narrative gezielt setzt, Ängste schürt und den demokratischen Dialog erschwert. Der Beitrag liest sich wie Selbstkritik — nur dass er auf Ungarn zeigt.
Was SRF an Ungarn kritisiert:
Regierungsnahe Medien verbreiten keine Fälschungen im engeren Sinn, sondern gezielte Rahmungen, die eine bestimmte Wahrnehmung erzeugen
Fake News kommen nicht von obskuren Webseiten, sondern aus dem Mainstream
Die Bevölkerung wird verwirrt, ein «normaler demokratischer Dialog» wird schwierig
Die Kampagne «setzt stark auf Angst vor einer Bedrohung von aussen»
Was SRF an sich selbst nicht erkennt:
Ein öffentlich-rechtlicher Sender, der einen Bergsturz zum Klimabeweis macht, ohne die Kausalfrage zu beantworten
Ein öffentlich-rechtlicher Sender, der einen Beitrag über nicht umgesetzte Initiativen publiziert und die MEI weglässt
Ein öffentlich-rechtlicher Sender, der einen völkerrechtswidrigen Krieg als amerikanische Innenpolitik berichtet
Ein öffentlich-rechtlicher Sender, der nach einem 71%-Nein fragt, was mit der Bevölkerung nicht stimmt
SRF produziert keine KI-Videos. SRF fälscht keine Zitate. Aber SRF macht genau das, was der Faktenprüfer in Budapest als das eigentliche Problem beschreibt: Narrative setzen, die nicht von obskuren Webseiten kommen, sondern aus dem Mainstream. Der Unterschied zwischen Budapest und Zürich ist nicht die Methode. Es ist die Selbstwahrnehmung.
Orbán weiss, was er tut. SRF glaubt, es sei Journalismus.
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