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Die 43 Grad, die keiner gemessen hat
Medienkritik
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Die 43 Grad, die keiner gemessen hat

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schwerwiegend
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SRF warnt: Schweizer Städte müssen sich auf bis zu 43 Grad einstellen. Die Zahl kommt aus einer ETH-Modellierung. Sie ist kein Messwert, keine Beobachtung, kein Fakt. Sie ist das Ergebnis einer Rechnung, die von Annahmen abhängt. SRF unterscheidet nicht zwischen gemessener Temperatur und projizierter Temperatur. Der Artikel nennt die bisherigen Hitzerekorde — 39,7 Grad in Genf, 36,5 Grad in Zürich — und springt dann zu den 43 Grad, als wäre das dieselbe Kategorie von Daten. Es ist nicht dasselbe. Das eine ist gemessen. Das andere ist berechnet. Wer den Unterschied verschleiert, betreibt keine Information. Er betreibt Propaganda. Dafür zahlen wir 335 Franken im Jahr.

Zum SRF Beitrag «Bis zu 43 Grad – Schweizer Städte sind gefordert», 26.05.2026


Die Zahl, die alles rahmt

43 Grad. Das ist die Zahl, die im Titel steht, die im Teaser steht, die im Text wiederholt wird. Sie ist der Anker des Beitrags. Alles andere — Schwammstadt, Bäume, Grünflächen — ordnet sich dieser Zahl unter.

Woher kommt sie? Von einer «Forschungsgruppe um Erich Fischer von der ETH Zürich», die mit «Modellierungen» gezeigt habe, dass wir «bei einer Klimaerwärmung von plus 1,5 Grad mit Temperaturen von bis zu 43 Grad in unseren Städten rechnen müssen».

Das ist ein konditionaler Satz: Wenn 1,5 Grad Erwärmung, dann bis zu 43 Grad. Aber SRF macht daraus einen faktischen: «Worauf müssen sich die Städterinnen und Städter einstellen?» Die Antwort: 43 Grad.

Der Unterschied ist entscheidend. Die Modellierung sagt: Unter bestimmten Annahmen ist dieses Szenario möglich. SRF sagt: Darauf müsst ihr euch einstellen. Aus einer Möglichkeit wird eine Gewissheit. Aus einem Szenario wird eine Prognose.

Das «bis zu», das alles erlaubt

«Bis zu 43 Grad.» Das «bis zu» ist eine rhetorische Figur. Es bedeutet: Die Zahl ist das Maximum, das theoretisch möglich ist. Nicht das, was wahrscheinlich ist. Nicht das, was erwartet wird. Sondern das äusserste Ende einer Verteilung.

In der Wissenschaft ist das legitim. In der Kommunikation ist es eine Täuschung. Denn die Menschen erinnern sich an die 43. Nicht an das «bis zu». Nicht an die Wahrscheinlichkeit. Nicht an die Bedingungen.

Das ist kein Zufall. Es ist eine Methode. Die dramatischste Zahl wird in den Titel gestellt. Die Einschränkungen verschwinden im Text.

Die gemessenen und die berechneten Extreme

Der Artikel nennt die bisherigen Rekorde: 39,7 Grad in Genf, 36,5 Grad in Zürich. Das sind gemessene Werte. Sie haben an einem bestimmten Tag an einem bestimmten Ort stattgefunden.

Dann nennt der Artikel die 43 Grad. Das ist ein berechneter Wert. Er hat nicht stattgefunden. Er ist das Ergebnis einer Formel, die von Annahmen abhängt: Wie stark erwärmt sich die Erde? Wie verstärken sich Extreme bei Erwärmung? Wie reagiert die städtische Wärmeinsel?

Keine dieser Annahmen wird im Artikel erklärt. Keine Unsicherheit wird benannt. Keine Bandbreite wird angegeben. Die 43 Grad stehen da, als wären sie genauso real wie die 39,7 Grad in Genf.

Das sind sie nicht. Die 39,7 Grad sind ein Fakt. Die 43 Grad sind eine Projektion. Wer beides auf dieselbe Ebene stellt, verschleiert den Unterschied zwischen Beobachtung und Spekulation.

Was fehlt: Die historischen Extreme

1867: 31,4 Grad in Bern am 12. Mai. 1881: Schätzungsweise 39 bis 40 Grad in Bellinzona. 1540: Wochenlang über 40 Grad in Mitteleuropa, der Bodensee trocknete aus, der Rhein war zu Fuss überquerbar.

Diese Extreme gab es vor der Industrialisierung. Sie waren selten. Aber sie waren real. Sie zeigen: Die Schweiz hat auch ohne menschlichen Einfluss extreme Hitze erlebt. Das Klima hat sich immer verändert — mit oder ohne Industrie, mit oder ohne CO₂-Ausstoss, mit oder ohne menschlichen Einfluss.

Der Artikel erwähnt keines dieser Ereignisse. Er erweckt den Eindruck, die aktuellen Hitzewellen seien ohne Präzedenz. Das stimmt nicht. Es war schon mal so heiss. Und es wird wieder so heiss werden — unabhängig davon, was wir tun.

Das ändert nichts daran, dass sich das Klima wandelt. Es ändert nichts daran, dass Städte heisser werden. Aber es ändert die Perspektive: Wenn extreme Hitze auch ohne menschlichen Einfluss auftritt, dann ist die Frage nicht, wie wir den Klimawandel stoppen. Die Frage ist, wie wir damit leben.

Der «Klimawandel» als Erklärungsmuster

SRF schreibt: Das Problem werde «durch den Klimawandel weiter verschärft». Das ist die Standardformel. Sie tut so, als wäre der Klimawandel eine Ursache. Aber der Klimawandel ist kein Akteur. Er ist eine Beobachtung. Das Klima wandelt sich. Es hat sich immer gewandelt.

Die Frage ist nicht: Wandelt sich das Klima? Die Frage ist: Warum wandelt es sich? Und wie viel davon ist menschgemacht? Die Wissenschaft hat darauf keine endgültige Antwort. Sie hat Modelle. Sie hat Annahmen. Sie hat Wahrscheinlichkeiten. Aber sie hat keine Gewissheit.

SRF hat Gewissheit. SRF spricht vom Klimawandel, als wäre er synonym mit menschengemachter Erwärmung. Das ist keine Information. Das ist eine Ideologie — die Überzeugung, dass der Mensch das Klima dominiert und das Klima ohne den Menschen stabil wäre.

Die Geschichte zeigt: Das Klima war nie stabil. Die Römische Warmzeit. Das Mittelalterliche Klimaoptimum. Die Kleine Eiszeit. Die Megadürre von 1540. Der Hitze-Sommer 1865. All das geschah vor der Industrialisierung. All das geschah ohne nennenswerte menschliche CO₂-Emissionen.

Das heisst nicht, dass der Mensch keinen Einfluss hat. Es heisst, dass der Einfluss des Menschen klein ist im Vergleich zu den natürlichen Kräften, die das Klima antreiben. Sonne, Ozeanzirkulation, Vulkanausbrüche, Erdachsenneigung — das sind die grossen Treiber. Der Mensch ist ein Faktor unter vielen.

SRF macht ihn zum Hauptfaktor. Das ist keine wissenschaftliche Aussage. Das ist eine politische.

Die städtische Wärmeinsel: Ein lokales Problem

Der Beitrag erwähnt: Materialien wie Beton, Glas und Metall speichern Wärme. Versiegelte Flächen heizen sich auf. Städte sind deutlich wärmer als das Umland.

Das ist richtig. Und es ist der wichtigste Punkt des Beitrags — aber er wird dem Klimawandel untergeordnet. Dabei ist die städtische Wärmeinsel ein lokales Phänomen, das primär durch Bebauung, Versiegelung und fehlende Grünflächen entsteht. Nicht durch globale Erwärmung.

Die Städte sind heisser geworden, weil sie wachsen. Weil mehr Fläche versiegelt wird. Weil mehr Beton, Glas und Metall verbaut werden. Weil Bäume weichen und Fassaden nicht begrünt werden. Das ist ein lokales Problem mit lokalen Lösungen.

Aber SRF rahmt es als globales Problem: Der Klimawandel verschärft die Hitze. Die Städte sind Opfer. Was können sie schon tun?

Das ist Fatalismus. Und er ist falsch. Die Städte können sehr wohl etwas tun — unabhängig vom Klimawandel. Sie können entsiegeln. Sie können begrünen. Sie können Durchlüftungsschneisen schaffen. Sie können Baumquartiere vergrössern. Das alles wirkt lokal. Das alles wirkt sofort. Das alles wirkt unabhängig davon, ob sich die Erde um 0,5 oder 1,5 oder 2,6 Grad erwärmt.

Aber lokale Massnahmen passen nicht in die Erzählung. Die Erzählung lautet: Der Klimawandel kommt. Wir können wenig tun. Wir müssen uns anpassen. Wer lokale Massnahmen als Hauptlösung präsentiert, relativiert die Dringlichkeit globaler Klimapolitik. Und das darf nicht sein.

Der Experte, der nichts relativiert

Christian von Burg, SRF-Wissenschaftsredaktor, erklärt die Massnahmen. Er ist vorsichtig: «Man darf keine Wunder erwarten.» Er sagt: Mit Grün und Schatten lässt sich eine Stadt nicht von 33 auf 28 Grad abkühlen. Er nennt die Grenzen der Massnahmen.

Das ist ehrenwert. Aber es ändert nichts an der Rahmung. Der Beitrag beginnt mit 43 Grad. Er endet mit der Aussage, dass wir «noch mit deutlich höheren Temperaturen rechnen» müssen. Dazwischen werden Massnahmen beschrieben, die begrenzt wirksam sind.

Die Botschaft ist klar: Die Hitze kommt. Wir können wenig tun. Der Klimawandel ist die Ursache. Anpassen ist das Einzige, was bleibt.

Das ist keine Information. Das ist eine Botschaft. Und die Botschaft lautet: Ihr seid machtlos. Ausser ihr ändert euer Verhalten, reduziert CO₂, stimmt für Klimaschutzvorlagen. Sonst werden es 43 Grad.

Die Zwangsgebühren für Propaganda

SRF ist ein öffentlich-rechtlicher Sender. Er wird durch Zwangsgebühren finanziert. 335 Franken pro Haushalt. Dafür hat er einen Auftrag: sachlich, vollständig, transparent und verhältnismässig zu informieren.

Stattdessen liefert er Klimapropaganda. Er verschleiert den Unterschied zwischen Messung und Modellierung. Er verschweigt historische Extreme. Er präsentiert den Klimawandel als monokausale Erklärung. Er macht aus einem Szenario eine Gewissheit. Er erzeugt Angst statt Aufklärung.

Dafür zahlen wir. Nicht freiwillig. Nicht weil wir den Beitrag wollen. Sondern weil wir müssen. Unter Strafandrohung.

Das ist das eigentliche Problem. Nicht die 43 Grad. Nicht die Modellierung. Nicht die Massnahmen. Das Problem ist: Wir werden gezwungen, für Propaganda zu zahlen, die uns angst machen soll, damit wir politisch das Richtige tun. Das ist keine Information. Das ist Bevormundung.


Der Beitrag ist typisch für die SRF-Klimaberichterstattung: Er nimmt die dramatischste Projektion, stellt sie in den Titel, verschleiert den Unterschied zwischen Messung und Modellierung, verschweigt historische Extreme und präsentiert den Klimawandel als monokausale Erklärung. Die 43 Grad sind das Ergebnis einer Modellierung, die von Annahmen abhängt. Sie sind kein Fakt. Sie sind ein Szenario. SRF macht daraus eine Gewissheit. Das Klima hat sich immer verändert. Es wird sich immer verändern. Der Mensch hat einen kleinen Einfluss. Die Natur hat einen grossen. Das ist die Realität. SRF liefert eine andere Realität: Der Mensch ist schuld. Der Klimawandel kommt. Wir sind machtlos. Dafür zahlen wir 335 Franken. Das ist nicht Aufklärung. Das ist Indoktrination.

Originalbeitrag auf X →

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