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Die Gründung, die zur Lüge erklärt wird
Medienkritik
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Die Gründung, die zur Lüge erklärt wird

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SRF veröffentlicht am 1. August eine satirische Kolumne, die die Schweizer Gründungsgeschichte als «Rütlischwurbel» und Lüge bezeichnet. Tell und Winkelried seien Fiktionen, wahre Grösse liege im Multikulturalismus der Fussball-Nati. Die Fragen: Warum dekonstruiert ein öffentlich-rechtlicher Sender am Nationalfeiertag die nationale Identität? Was ist die Funktion des Gründungsmythos. Was soll diese Spaltung, die dem Autor unterläuft? Der Beitrag ist eine Satire, die das Fundament des Landes verhöhnt, das sie finanziert.

Zum SRF-Beitrag «Rütlischwurbel: Gross seit 1291? Von wegen!», SRF Zytlupe, 01.08.2026


Das Framing steht im Titel: «Gross seit 1291? Von wegen!» Die Schweizer Geschichte wird als «Verschwurbelung» und Lüge markiert. Bundespräsident Parmelin, der ein Cap mit der Aufschrift «Great since 1291» trägt, wird als Lügner dargestellt, der dem Trump'schen Vorbild nacheifert. Die Prämisse lautet: Wer an 1291 glaubt, ist einem Mythos aufgesessen. Wer die Realität kennt, weiss, dass die Schweiz eine blutige Geschichte hat und erst durch Multikulturalismus gross wurde. SRF veröffentlicht diese Dekonstruktion am 1. August, dem Tag, an dem der Bundesbrief gefeiert wird.

Der Mythos, der zur Lüge degradiert wird

Der Autor sagt, Tell sei von Schiller ersonnen, Winkelried ein Selbstmordattentäter avant la lettre. SRF lässt diese Satire als Kolumne stehen. Die Frage, die nicht gestellt wird: Was ist ein Gründungsmythos? Mythen sind keine Geschichtsbücher. Sie sind narrative Verdichtungen von Werten. Tell steht für Widerstand gegen Tyrannei. Winkelried steht für Opferbereitschaft. Dass diese Figuren historisch nicht belegt sind, macht sie nicht zu Lügen, sondern zu Symbolen. SRF nutzt die Satire, um die Symbole zu demontieren, ohne zu fragen, was an ihre Stelle tritt. Eine Nation, die ihre Gründungsmythen als «Verschwurbelung» abtut, beraubt sich ihrer eigenen Legitimation.

Die Fussball-Nati, die als Ersatz-Nation dient

Der Autor ersetzt 1291 durch die Fussball-Nationalmannschaft. «Dank ihnen war Switzerland endlich great.» Die Frage, die nicht gestellt wird: Ist ein Fussballturnier ein tragfähiges Fundament für eine Nation? Die Fussball-Nati ist ein Team, das für ein Turnier zusammengestellt wird. Wenn es verliert, löst es sich auf. Ein Staat braucht eine Kontinuität, die über ein Halbfinal-Aus hinausgeht. SRF gibt die Fussball-Nati als Beweis für den Multikulturalismus. Dass die Schweiz auch ohne Fussball-Erfolge existierte, bleibt unerwähnt. Die Frage, was die Schweiz zusammenhält, wenn die Fussballer nicht spielen, wird nicht gestellt.

Die Spaltung, die dem Autor unterläuft

Der Autor kritisiert, dass «hellebardenschwingende Patrioten» Gräben zwischen Stadt und Land, Alt und Jung, Hell- und Dunkelhäutigen treiben. Das ist ein Vorwurf, der die Patrioten als Spalter markiert. Aber der Autor spaltet selbst. Er teilt die Schweiz in die aufgeklärten Multikulturalisten und die rückständigen Mythen-Gläubigen. Die Frage, die nicht gestellt wird: Wer treibt hier die Keile? Wer die Geschichte des Landes als Lüge bezeichnet, gräbt den Graben tiefer, nicht flacher. Die Satire richtet sich gegen diejenigen, die am 1. August an die Schweiz glauben, und nennt sie Verbreiter von Unwahrheiten. Das ist keine Versöhnung, das ist ein Angriff.

Der Sender, der sich selbst demontiert

SRF ist eine Institution, die durch die Schweizer Staatsidee existiert. Der Bundesbrief von 1291 ist der Ursprung dieser Idee. SRF nutzt am 1. August die Zwangsgebühren der Schweizer, um die Schweizer Geschichte zu verhöhnen. Die Frage, die nicht gestellt wird: Welcher Sender der Welt nutzt den Nationalfeiertag, um die Nation zu demontieren? Ein öffentlich-rechtlicher Sender hat den Auftrag, Zusammenhalt zu fördern. Wenn er am Nationalfeiertag die Gründungsgeschichte als «Verschwurbelung» bezeichnet, verfehlt er seinen Auftrag. Die Satire ist ein Akt institutionellen Selbsthasses, finanziert von den Bürgern, die er verhöhnt.


So funktioniert dieser Beitrag: Er nutzt die Satire, um die Schweizer Identität zu dekonstruieren. Die Gründungsmythen werden zu Lügen. Die Fussball-Nati wird zum Ersatz-Staat. Die Patrioten werden zu Spaltern erklärt, während der Autor selbst spaltet. Wer den Beitrag liest, weiss, dass 1291 eine Lüge ist und dass die Fussball-Nati die wahre Schweiz ist. Wer wissen will, was einen Staat zusammenhält, wenn die Mythen fallen, warum ein öffentlich-rechtlicher Sender am 1. August die Nation demontiert und wie eine Gesellschaft ohne Gründungsmythos funktioniert, bekommt keine Antwort, weil die Fragen nicht gestellt wurden. Das ist keine Satire, das ist institutionelle Dekonstruktion mit SRF-Siegel.

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