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Der Monopolist als Dienstleister
Medienkritik
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Der Monopolist als Dienstleister

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SRF beschreibt, wie Elon Musk den Russen den Starlink-Zugang gekappt hat, wie die Ukraine daraufhin 400 Quadratkilometer zurückeroberte, wie Swiss und Edelweiss künftig Musks Technologie nutzen, wie Starlink 11,4 Milliarden Dollar Umsatz macht, wie 9600 Satelliten 75 Prozent aller manövrierfähigen Satelliten ausmachen, wie Musk Preise diktieren und Nutzer ausschliessen kann. Und dann schreibt SRF: «Die Dominanz von Elon Musk im All birgt Gefahren.» Das ist der Moment, wo der Beitrag aufhört zu berichten und anfängt zu besänftigen. Was SRF beschreibt, ist kein Risiko. Es ist ein Monopol — militärisch, zivil, infrastrukturell. Der Beitrag liefert die Fakten für eine kritische Analyse und verweigert sich dann genau dieser Analyse.

Zum SRF Beitrag «Internet aus dem All: Wie die Welt abhängiger von Elon Musk wird», 26.05.2026


Die Tatsache, die keine Folgen hat

Der Beitrag sagt: «Elon Musk entscheidet mit, wie Kriege ihren Verlauf nehmen.» Das ist die wichtigste Aussage des gesamten Textes. Ein Privatperson — nicht gewählt, nicht kontrolliert, nicht rechenschaftspflichtig — entscheidet über Krieg und Frieden.

Was folgt aus dieser Aussage? Im Beitrag: nichts. Er geht über zu Swiss und Edelweiss, die Starlink in Flugzeuge einbauen. Die Implikation scheint zu sein: Das ist der normale Lauf der Dinge. Musk entscheidet über Kriege, und jetzt gibt es Internet im Flugzeug.

Die Frage, die SRF nicht stellt: Was passiert, wenn Musk entscheidet, der Ukraine den Zugang zu kappen? Nicht den Russen — der Ukraine. Er hat es bereits angedroht. Er hat bereits die Reichweite für militärische Anwendungen eingeschränkt. Was passiert, wenn ein einzelner Mensch die Kommunikationsinfrastruktur eines kriegführenden Landes abschaltet?

Das ist keine theoretische Frage. Es ist die logische Konsequenz der Abhängigkeit, die der Beitrag selbst beschreibt. Aber SRF zieht sie nicht.

Das Risiko, das keines ist

Der Beitrag nennt «Risiken»: Preisdictatur, Ausschluss von Nutzern, Kollisionsgefahr im All. Das sind Risiken im wirtschaftlichen Sinne — Marktrisiken, Betriebsrisiken.

Was der Beitrag nicht als Risiko benennt: Die Abhängigkeit kritischer Infrastruktur von einem Monopolisten. Die Schweiz rüstet im Weltraum auf — 850 Millionen Franken, wie der Beitrag von heute früh zeigte. Gleichzeitig nutzt sie die Infrastruktur eines Mannes, der nach Gutdünken entscheiden kann, wer Zugang bekommt und wer nicht.

Berghütten im Glarnerland sind das eine. Kriegskommunikation ist das andere. Dazwischen liegt die zivile Infrastruktur: Notrufsysteme, Katastrophenschutz, kritische Kommunikation.

Die Zahlen ohne Konsequenz

9600 Satelliten. 75 Prozent aller manövrierfähigen Satelliten. 7500 weitere geplant. 11,4 Milliarden Dollar Umsatz. 4,4 Milliarden Dollar operativer Gewinn. Über 10 Millionen Kunden.

Das sind die Zahlen eines Monopolisten. In jedem anderen Bereich — Telekommunikation, Energie, Bahn — würde die Schweiz Regulierungsbehörden aktivieren, Marktanteilsbegrenzungen prüfen, Alternativen fördern.

Bei Starlink? Swiss und Edelweiss rüsten nach. Berghütten schliessen Verträge ab. Die Schweiz baut keine Alternative. Sie vertieft die Abhängigkeit.

Der Beitrag liefert die Zahlen. Er zieht keine Schlüsse.

Der Krieg als Nebensatz

«Der Milliardär hat den Russen den Dienst vor knapp vier Monaten gekappt.» Das steht im Beitrag. Es klingt wie eine Fussnote. Es ist eine Kriegshandlung.

Musk hat die Kommunikationsfähigkeit einer kriegführenden Partei einseitig eingeschränkt. Das hat militärische Konsequenzen: 400 Quadratkilometer Gebietsrückeroberung durch die Ukraine. Das hat strategische Konsequenzen: Musk hat Partei ergriffen, ohne dass ein Staat, eine Regierung oder eine internationale Organisation ihn dazu autorisiert hätte.

Das ist ohne Präzedenz. Nie zuvor hat ein Privatunternehmer über den Ausgang von Militäroperationen entschieden. Das muss man nicht werten, aber zumindest feststellen.

SRF berichtet darüber im Tonfall eines Produktberichts.


Der Beitrag beschreibt ein Monopol. Er nennt die Zahlen. Er nennt die Macht. Er nennt die Abhängigkeit. Und dann nennt er es «Risiken» — als wäre es ein Betriebsunfall, nicht ein Strukturproblem. Ein Mann kontrolliert 75 Prozent der manövrierfähigen Satelliten. Er entscheidet über Kriegsverläufe. Er kuttet Verträge mit Fluggesellschaften. Er bestimmt, wer Internet bekommt und wer nicht. Das ist kein Risiko. Das ist eine Machtstruktur. SRF hat alle Fakten, um sie zu analysieren. SRF entscheidet sich, es nicht zu tun. Der Beitrag endet mit der Feststellung, dass Zusammenstösse im All wahrscheinlicher werden. Das ist wahr. Aber es ist nicht das Problem. Das Problem ist der Mann, der entscheidet, wer ins All darf und wer nicht. Darüber steht nichts im Beitrag.

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